| Brot aus Quecke | ||
| Ein
Rezept der besonderen Art - Das Queckenbrot |
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| Eigentlich müsste
es heißen: Rezept zur Herstellung von Queckemehl. Wie auch immer.
Vom Zimmermeister Jacob John aus dem badischen Ueberlingen (18. Jhd.) ist
folgendes Rezept zur Erstellung des Queckebrotes (-mehles) überliefert.
Er beschreibt die Queckewurzel (rad. Graminis v. triticum repens) als vorzügliches,
wohlfeiles und vor allem gesundes Gewächs zur Herstellung eines Mehlersatzes
zur "Brodbereitung". Das Verfahren aus der Queckewurzel Mehl zu
bereiten, sei sehr einfach: "Die frische, von der anhängenden
Erde, durch schnelles Abspülen in reinem Wasser befreite Wurzel, wird
nach einiger Abtrocknung, in ordentliche Büschel zusammen gelegt, und
wird mit scharfen Häckselmessern zu kleinem Häcksel geschnitten.
Dieser Häcksel wird dann getrocknet. Im Sommer an der Sonne, im Winter
auf dem Stubenofen oder im warmen Backofen. Es soll sehr trocken, aber nicht
angebrannt sein. Dann für sich, oder mit einer Mischung von Korn auf
den gewöhnlichen Mahlmühlen vermahlen, und endlich durch die Mehlbeutel
von Kleie gereinigt werden. (Letztere werden sehr gerne von Horn- und Borstenvieh
gefressen)." Das auf diese Weise gewonnene Mehl ist gelblich-weiß,
von angenehmem Geruch und Geschmack. Nach den Angaben von Jacob John ist
die Ergiebigkeit an Mehl sehr groß: Aus 6,5 Pfund trockner Queckewurzeln
wurden 4,25 Pfund weißes, 1 Pfund schwarzes Mehl und 1 Pfund Kleie
gewonnen! Zur Weiterverarbeitung macht Jacob John leider keine weiteren
Angaben. Man kann aber davon ausgehen, dass der Umgang mit Brotteig damals
zum Alltag gehörte, also allgemein bekannt war. Im gewissen Rahmen
offensichtlich auch das Queckemehl als Backrohstoff. Deren "Bestandtheile"
seiner Meinung nach, und nach damaligem Kenntnisstand, einen Vergleich zu
anderen gebräuchlichen Pflanzenstoffen nicht zu scheuen brauchte. Von
großem Vorteil war in Notzeiten, dass "die Graswurzel fast allenthalben
in großen Menge und unentgeltlich" zu haben war, und damit ein
leicht zu gewinnendes Ersatzmehl "...in der That ein vorzügliches,
gesundes und schmackhaftes Brod.." lieferte. Und Jacob John schloß mit den Worten: "...so wird man nicht anstehen, diesem Surrogat den Vorzug vor allen anderen bisher bekannt gewordenen zuzuerkennen". |
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| (Ewald Dietz, nach einem Bericht von Jacob John, Quecke Ausgabe 50, Jahrgang 1980, Seite 56) | ||
| © 2003 Verein Lintorfer Heimatfreunde / www.lintorf-die-quecke.de | ||
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