| Aus der Quecke erzählt | ||
| "Geschichtliches
zur Pfarre St. Anna und St. Johannes" Vermutlich um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Lintorf eine eigenständige Pfarre. Davor gehörte Lintorf zur Pfarrei St. Peter und Paul in Ratingen. Eine eigene Kirche hatte der Ort vielleicht seit dem 11. Jahrhundert. Auf diese Zeit gingen Teile der alten, 1876 abgerissenen romanischen Kirche zurück. Laut des damaligen Pfarrers Bernhard Schmitz hat dies der Architekt der neuen neoromanischen Kirche festgestellt. Wieweit dies stimmt, konnte auch bei der Restaurierung der Kirche 1978/80 nicht festgestellt werden. Ob es noch frühere Kirchbauten gegeben hat, lässt sich bisher nicht nachweisen. Die älteste Glocke stammte aus dem Jahr 1484. |
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Der erste namentlich bekannte Pfarrer in St. Anna ist Johann Rover (1467). Er wird zusammen mit Kaplan Lambrecht Rover, der Johann Rovers Nachfolger wird, im Bruderschaftsbuch der St.-Sebastianus-Bruderschaft von 1470 erwähnt Die Reformation hinterließ auch in Lintorf Spuren. 1624 gab es in Lintorf 32 evangelische Familien. 1626 gab es 47 Kötter im ganzen Ort. Es gab also vermutlich gerade einmal gut zwanzig katholische Familien. Und so vertreiben 1628 die Reformierten den katholischen Pfarrer Hermann Schwartzhausen aus seiner Kirche. Für eine kurze Zeit wird er durch den reformierten Prediger Johannes Benningkhoven ersetzt. Gut drei Jahrzehnte später, 1662, kommt es zu einem in der Geschichte ziemlich ungewöhnlichen Vertrag zwischen dem katholischen und dem reformierten Bevölkerungsteil, der das Zusammenleben der beiden Konfessionen im Ort regelt. So wird festgelegt, dass die Taufen, Heiraten und Beerdigungen der reformierten Einwohner in den katholischen Kirchenregistern verzeichnet werden. Weiter wird vereinbart, dass die Reformierten in St. Anna heiraten und auf dem katholischen Kirchhof begraben werden. Selbst die Hebamme wird für beide Bevölkerungsgruppen gemeinsam bestellt. In dieser Zeit sind gemischt konfessionelle Ehen keine Seltenheit in Lintorf. Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Pfarre ist natürlich der Bau der neuen St. Anna-Kirche in den Jahren 1877/78. Pfarrer Johann Heinrich Schönscheidt (1838-1874) förderte den Bau einer neuen Kirche tatkräftig, ohne selbst die Verwirklichung seiner Idee zu erleben. Er starb 1874 in Lintorf. Die alte, romanische Kirche sollte abgerissen werden, weil sie nach vermutlich über sieben Jahrhunderten baufällig geworden war. Aber auch, weil sie für die große Zahl der Gläubigen nicht mehr genügend Platz bot. Lintorf war auf über 1000 Einwohner angewachsen. Eine Anekdote, die in Lintorf erzählt wird, nennt allerdings einen völlig anderen Grund. Der Turm, der 1887 eingeweihten evangelischen Kirche, war höher als der des alten Kirchleins. Das aber durfte einfach nicht sein. Fast dreißig Jahre später, am 11. März 1916, genehmigte das zuständige Berliner Ministerium Mitten in den Wirren des 1. Weltkrieges die Gründung des lange geplanten Klosters in Lintorf. Allerdings dauerte es noch bis zum 28. Oktober 1917 bis die ersten Schwestern der Armen Dienstmägde Jesu Christi aus Dernbach ihr Domizil am Ritterskamp beziehen konnten. Sie sollten sich, im medizinisch unterversorgten Lintorf, um die ambulanten Krankpflege kümmern. Das Klösterchen, wie es in Lintorf liebevoll genannt wurde, hatte jedoch keinen langen Bestand. Mitte der 1960er Jahre verließen die letzten Schwestern, unter ihnen Schwester Helia, das Kloster in Lintorf aus Altersgründen. Schwester Helia starb bald darauf und wurde auf dem alten Lintorfer Friedhof bestattet. Die Schwester kümmerten sich übrigens nicht nur um die Krankpflege. Seit 1920 betrieben sie auch den damals neu geschaffenen Kindergarten der Pfarrei. 1935 kam der in Manderfeld im Kreis Malmedy geborene Wilhelm Veiders als Pfarrer nach Lintorf. 1946 wurde er zum Dechant des Dekanates Ratingen ernannt. In den drei Jahrzehnten seines Wirkens in Lintorf sollte Dechant Veiders der Pfarrei seinen Stempel aufdrücken. |
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Der immer größer werdende Priestermangel im Erzbistum Köln führte 1996 mit dem Abschied des Pfarrers Franz Mezen und der Einsetzung Pater Aarts', der schon Pfarrer in St. Johannes war, als Pfarrverweser in St. Anna dazu, dass die beiden Gemeinden zusammenzuwachsen begannen. Gleich zu Beginn überzeugte Pater Aarts die beiden Gemeinden, dass
ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat sinnvoll sei. Auch die beiden Kirchenvorständen
erkannten bald, dass die Zusammenlegung St. Annas und St. Johannes' notwendig,
aber auch sinnvoll war. Schon am 1. Januar 2001 wurde die neue Pfarre
St. Anna und St. Johannes, Pfarrer von Ars gegründet. (Andreas Preuss) |
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