Lintorfer Geschichte  
     
  Der Lintorfer Bahnhof 1904 / Ein Foto wird 100 Jahre alt



Vielleicht das „Bild des Jahres“! Dieses bedeutsame Foto entstand 1904, also vor genau 100 Jahren. Der Fotograf Ernst Steffen, war offensichtlich eigenst für diese Aufnahme aus dem fernen Altena in Westfalen, nach Lintorf gekommen. Bei genauem Hinsehen entdeckt man einige markante Dinge auf dieser historischen Aufnahme. So hatte man offensichtlich den Aufnahmetermin auf 16:00 Uhr gelegt – und wie die Bahnhofsuhr zeigt, war man auch hier (bahn-) pünktlich.

Die auf der (gestellten) Aufnahme gezeigte Personengruppe, ist wohl die damalige Mannschaft des Lintorfer Bahnhofs. Der historischen Wichtigkeit des Augenblicks bewußt, trat man in königlich – preußischer Dienstuniform an, zu der die Veteranen auch die Kriegsauszeichnungen von 1870/ 71 anlegten. Die Uniformierten stellten wohl die Gruppe der leitenden Beamten unterschiedlicher Dienstgrade dar.

Die im Vordergrund stehende Gruppe gibt sich durch ihr Handwerkzeug als "Rotte" zu erkennen. Von denen der Vordere mit Krawatte, der Rottenführer war, der ebenfall stolz seine Kriegsaus-zeichnung präsentiert. Man nahm den Fototermin wohl sehr wichtig, was sich besonders bei den "gehobenen Zivilisten" zeigt, die sich für dieses Ereignis die Sonntagskrawatten anlegten. Auch dem Lokführer im Hintergrund, war der Fototermin wichtig genug sich mit Krawatte zu präsentieren.

Besonders markant wirkt die ins Bild drapierte Dampflok der Baureihe 1486. Vielleicht gehörte sie als Rangierlok zum Lintorfer Bahnhof? Und dass der Lintorfer Bahnhof heute noch einiges vom damaligen Erscheinungsbild hat, ist gut zu erkennen. Der Lintorfer Heimatverein, aus dessen Archiv die Aufnahme stammt, konnte vor Jahrzehnten noch rechtzeitig die Namen der Bahnhofsmannschaft ermitteln, die wir ihnen hier nicht vorenthalten wollen:

Hintere Reihe von links nach rechts:

Stationsangestellter König, Stationvorsteher Eich, Bahnmeister Friedrichs, Bahnassistent Reichmann, Stellwerksmeister Peter Schumz (mit Auszeichnungen), August Kleinrahm, Peter Schulten, Christian Sibringhausen, Heinrich Küpper, Karl Reinhard, Peter Schmitz, Streckenmeister Wilhelm Perpeet.

Die Rotte von links nach rechts:

Hermann Ties, Fritz Kamp, Anton Schmitz, Franz Stein, Rottenführer Josef Derichsweiler (mit Orden), Josef Monheim, Johann Wassenberg, Andreas Bünten, Martin Haselbeck.


Einige dieser Familiennamen finden sich noch heute in Lintorf. Es wäre sehr interessant, wenn einige Lintorfer sich hier einmal auf Ahnenforschung begeben würden. Um vielleicht längst vergessene Verwandtschaftgrade zu ermitteln. 

(Heinrich Küpper)

Ich z.B. wurde im Zusammenhang mit einem "Quecke" –Artikel auf diesem Foto fündig. Ich fand meinen Ur-Großvater mütterlicherseits, Heinrich Küpper, in der hinteren Reihe, der 9. Beamte von links. Und ich war nicht wenig stolz, meinen Kindern, deren Ur-Ur-Großvater präsentieren zu können. Auch meine Enkeln werden einmal staunen, auf diesem Foto ihren Ur-Ur-Ur-Großvater zu finden!

Vielleicht finden auch sie hier einen Vorfahr, von dem sie irgend wann einmal gehört, aber nie gesehen haben.


Beitrag: 22.04.2004
Autor: Ewald Dietz - Internetredaktion
Mail: ewald.dietz@lintorf-die-quecke.de

 
     
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