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Bürgerinitiative: Initiative zur Erhaltung
der Altbausiedlung "Am Löken"
Das Gesicht einer Stadt ist einzigartig und unverwechselbar. Es macht
einen Ort nicht nur schön und attraktiv, sondern auch vielseitig,
interessant und liebenswert. Kurzum prägt das Antlitz einer Gemeinde
den Charakter, den es auch zu wahren und zu schützen gilt. Denn nur
wo Altes und Neues harmonisch nebeneinander existiert, sich gegenseitig
bedingt und ergänzt, wird aus Geschichte gelebte Gegenwart mit Stil
und Charme und Lintorf mit seinen anliegenden Gemeinden hat einen solchen
Charme von deren Vorzügen immer mehr Menschen Gebrauch machen. Mit
seiner guten Verkehrsanbindung stellt es heute für viele eine gute
Wohn und Lebensalternative dar, so dass aus dem unscheinbar anmutenden
Dorf im Wandel der Zeit ein schmuckes Kleinstädtchen geworden ist.
Es gibt jedoch nur noch wenige Träger der einstigen dörflichen
Wohnkultur.
Viele Zeitzeugnisse existieren nicht mehr oder führen ein Dasein als
vergilbte Fotografie. Sie wurden im Laufe der Jahre unwiderruflich zerstört.
Ein Umstand der nicht immer gleich die beste aller Lösungen, unausweichlich
oder notwendig war. Und damit nicht das selbe Schicksal auch anderen historischen
Objekten der Gemeinde unbemerkt widerfährt, möchte wir hiermit
das Augenmerk auf die Altbausiedlung Am Löken richten.
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Hinterhofaufnahme
um 1928 |
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Kurz nach dem ersten Weltkrieg zur Zeit der Weimarer Republik in den 20er
Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaut, sind die Häuser Am Löken
ein architektonisches Beispiel im Stil einer Epoche, wie es zu jener Zeit
üblich war. Das etwas unscheinbare Antlitz der verwitterten Fassaden
erschließt sich auch eher auf dem zweiten Blick.
Schon seit Jahren dümpelt die Siedlung vor sich hin, notwendige Reperaturen
bleiben von Seiten des Vermieters aus, viele Bewohner sind alt oder bereits
verstorben und einige Wohnungen stehen seit geraumer Zeit leer, obwohl eine
Liste engagierter Nachmieter existiert. Wie es scheint ist das Schicksal
der Siedlung bereits besiegelte Sache und somit nur noch eine Frage weniger
Monate, bis die Abrißbirne ihr endgültiges Werk verrichtet. Denn
aufgrund der zentralen Lage bildet das Grundstück ein sicherlich lukratives
Spekulationsobjekt. Für die Gemeinde steht jedoch mehr als nur ein
Teil ihres historischen Antlitzes auf dem Spiel. Die im Hinterhof anliegenden
Gärten mit ihren mächtigen Bäumen sind über die Jahrzehnte
zu einer imposanten Grünanlage gediehen und wer einmal entlang des
roten Weges spazieren geht, kann sich von der parkähnlichen Idylle
nahe der Speestraße überzeugen. Eine Pracht an Flora und Fauna,
wie sie nicht allein nur den Anwohnern zur Freude ist. Mit ihrer bald 100jährigen
Geschichte ist die Siedlung über viele Generationen unmittelbar mit
der Identität Lintorfs verbunden und es Wert sie zu erhalten. Es bedarf
jedoch einer neuen Perspektive mit Weitblick, bei der sich Engagement und
Fleiß zum Erhalt der Anlage wieder lohnt, damit Gegenwart auch in
Zukunft Teil einer gelebten Geschichte vor Ort bleibt !
Hier eine Aufnahme aus dem Jahre 1955 die dokumentiert, dass die Siedlung
am Löken noch nach 30 Jahren der Entstehung ein freies und unbebautes
Umfeld hatte. Die Häuser repräsentieren das alte Lintorf und was
einmal Brachland war ist heute dicht besiedelt und zählt zum geschäftigen
Ortskern der Gemeinde, die mit dem drohenden Abriß nicht nur ein Stück
ihrer Geschichte, sondern ebenso unwiderruflich auch einen Teil ihrer Identität
verlieren würde.
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